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Dispo vs. Sparstrumpf



Meine liebe Großmutter sagte immer:

Haltet den Sparstrumpf in Ehren, so kann man lange davon zehren!

Unsere Vorfahren, die Großeltern, hatten noch einen sogenannten Sparstrumpf, um sich immer wieder etwas beiseite zu legen für die „schlechten Zeiten“.

Leider scheint dies aber in der heutigen Generation an Bedeutung zu verlieren.

Doch warum ist das so?

Im internationalen Ländervergleich zeigt sich, dass gerade in Deutschland über 30 Prozent der Befragten auf die Frage „Verfügt Ihr Haushalt über irgendwelche Ersparnisse?“ mit „Nein“ antworten.

Die Erklärung dafür könnte sein, dass es zur damaligen Zeit bedeutend mühseliger war, wenn nicht um Längen schwerer an Fremdkapital in Form eines Darlehens zu kommen. Dazu kam noch die Scheu davor, vor dem Bankmitarbeiter sich offenzulegen oder signalisiert zu bekommen, dass man zu wenig Geld verdient oder mit seinem Geld nicht haushalten kann.

Da wird es einem heute deutlich einfacher gemacht, in Form von Kreditvergleichsportalen, die Dank ihrer hohen IT-Sicherheitsstandards, vergleichbar mit einer Bank, es zulassen, dass man alles von Zuhause aus in seiner eigenen Wohlfühlumgebung machen kann.

Verständlicherweise haben viele auch resigniert, weil der Gedanke vorherrscht, dass man für das Sparen nichts mehr erhält und dann doch lieber das Geld verkonsumiert.

Dieser Entwicklung sehe ich leider mit großer Sorge entgegen, denn wer nicht vorsorgt, wird später mit starken Einbußen beim Lebensstandard rechnen müssen.

Das eigentliche Problem ist aber wie immer die Sichtweise. Wenn ich das Thema „Notfallkonto“ anspreche, meine Form des Sparstrumpfs, erhalte ich oft die gleiche Antwort. „Ich brauche kein Notfallkonto, ich habe einen Dispo.“

Genau da ist die Krux an der Sache, was für unsere Vorfahren noch als sofort verfügbare Rücklage in Form eines Sparstrumpfs dargestellt wurde, wird uns nun von den Banken als „Dispokredit“ suggeriert.

Bedauerlicherweise vergessen die meisten dabei, dass sie nicht ganz unerhebliche Zinsen, teilweise bis zu 16 %, dafür berappen müssen. Da sich beim Dispokredit die Kreditsumme täglich ändern kann, rechnet auch die Bank täglich ab. Die zugrunde liegende Formel lautet: Gebühr = Saldo x Zinssatz x Tage / (Tage im Jahr x 100).

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank betrug der allen Bundesbürgern insgesamt gewährte Dispo rahmen im Jahr 2021 satte 41 Milliarden Euro. Grob überschlagen macht das rund 500 Euro pro Kopf. Über 32 % der Nutzer benötigen mehr als drei Monate, um den Dispo zu tilgen.

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man hier Geld nutzt, was man eigentlich gar nicht hat!

Daher nochmals eindringlich mein Appell: Überdenke regelmäßig deine Ausgabenstruktur. Halte an deinem Finanzplan und dem Notfallkonto fest!

Stelle dir bewusst bei jeder Investition die Frage: Was muss ich dafür tun, um mir dieses leisten zu können? Muss ich investieren, um Dividende zu kassieren? Sollte ich kurzfristig einen Nebenjob anfangen, um das Geld zu erwirtschaften? Kann ich etwas, das ich nicht mehr benötige, verkaufen?

Ich wünsche mir ein klares Umdenken in dieser Frage. Denn nicht nachzudenken, würde bedeuten, dass du in die Konsumfalle tappst und einfach zur Bank gehst für einen Kredit und dich so zum Sklaven deiner Anschaffung machst.


Ich wünsche dir viel Erfolg dabei … dir ein reicheres Leben zu gestalten.



Viele Grüße, dein Klaus Sagwitz

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