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Grundstein Fixkosten-Aufstellung

Heute wollen wir uns einem wirklichen spannenden Thema widmen, der Fixkosten Aufstellung. Ich persönlich halte diese Aufstellung für den Grundstein deiner finanziellen Möglichkeiten.


Das Spannende an meinem Job ist, dass, wenn ich privat neue Menschen kennenlerne, und die irgendwie die Information über meine Tätigkeiten erhalten, immer wieder zwei Varianten für mich entstehen.


Die erste Variante ist, dass ich entweder bewusst gemieden werde, weil die Personen ein schlechtes Gewissen oder Unwohlsein bezüglich der eigenen Finanzen haben und man dieses Thema unbedingt meiden möchte.


Die zweite Variante ist, dass ich mit Menschen in Diskussion gehe, die ihr Wissen aus irgendwelchen Finanzpornografien oder von irgendwelchen „Börsengurus“ erhalten haben, und wenn ich diese Ansichten dann nicht teile, bin ich dann auch schon wieder raus.

Dennoch fällt mir auch hier immer wieder eine Sache auf. Wenn ich dann doch mal in das Gespräch komme, und gezielt nach den Werten frage, wie viel Geld denn überhaupt für Investitionen zur Verfügung steht, bekomme ich zu 98 % immer die gleiche Antwort.

Äh, ich weiß nicht oder so, pi mal Daumen.


Meine nächste Frage lautet dann:


Wie hoch sind denn deine Fixkosten, gemessen an deinen Einnahmen?


Und da erhalte ich grauenhafter Weise meistens die gleiche Antwort. Was dann leider für mich immer sehr unverständlich ist. Denn nur wenn du deine echten Zahlen kennst, kennst du auch dein tatsächliches, aktuelles Vermögen bzw. den Wert, den du im Monat maximal ausgeben darfst.


Mir ist bewusst, dass in unserem Land die Mentalität herrscht, über Geld spricht man nicht. Was ich persönlich für den falschen Ansatz halte, da eine offene Kommunikation generell, insbesondere über Geld, für klare Verhältnisse sorgen kann. Dennoch sprechen viele Menschen nicht mal mit sich selber über Geld, würden Sie das nämlich tun, würden sie Ausgaben oder anstehende Investitionen ausführlich infrage stellen und einen Abgleich ihrer finanziellen Möglichkeiten führen.


Diesbezüglich hat mir mein Großvater immer gesagt, wenn du nicht verstanden hast, wie man spart, hast du auch nicht verstanden, wie man mit Geld umgeht. Deshalb betrachte ich es als meine Pflichtaufgabe, dieses einfache und für jedermann zugängliche und wirklich wichtige Tool zu kommunizieren.


Ich möchte dir vorab erstmal ein paar Zahlen mitteilen, um die Dringlichkeit dieser Aufgabe darzustellen.


Am Stichtag 1. Oktober 2022 wurde für Deutschland eine Überschuldungsquote von rund 8,48 Prozent gemessen. Damit sind etwa 5,88 Millionen Bürger:innen über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Rund 3,59 Millionen dieser überschuldeten Personen sind Männer. Das bedeutet, dass etwa 10,56 Prozent der Männer über 18 Jahren in Deutschland als überschuldet und zumindest nachhaltig zahlungsgestört angesehen werden können.


Dabei liegt der Durchschnitt der Schulden bei einem Betrag von 32.600 €

Wer sich mehr für dieses Thema interessiert, findet noch mehr Wissenswertes im Schuldneratlas Deutschland 2022.


Also, lasst uns doch mal die Gründe für eine Überschuldung in einem Ranking darstellen.


  • Mit 20,2 % liegt die Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung.

  • Mit 17 % Erkrankung, Sucht, Unfall, der dazu geführt hat, dass ich meine Erwerbsfähigkeit nicht mehr ausüben kann.

  • Und jetzt kommt es ... an Platz drei liegt mit 13,5 % die unwirtschaftliche Haushaltsführung.


Bereits an der dritten Stelle steht also schon die „Unwirtschaftliche Haushaltsführung“


Was bedeutet das? Das bedeutet, dass bedingt durch die Vernachlässigung der eigenen Finanzen man in Bedrängnis kommt, weil man eben mehr Geld ausgibt als man einnimmt.

Diesen Punkt zu eliminieren, wäre also für jeden möglich, wenn er sich einfach mal die Mühe und Zeit nimmt, sich effektiv mit seinen eigenen Finanzen bzw. den Fixkosten bewusst auseinanderzusetzen.


Ich bin wirklich immer wieder erstaunt, wie viele sich nach der gemeinsamen Ausarbeitung eines Finanzplanes erschrecken, weil Sie ganz andere Zahlen erwartet haben. In der Zusammenarbeit mit Kunden finde ich dann oft Beträge aus viel zu vielen Versicherungen. Unnötigen Zeitschriften Abos, Beiträge aus ungenutzten Fitnessstudios die man nicht gekündigt hat. Dann auch immer wieder gerne viel zu teure Handyverträge und auch mal 3 oder 4 Handyverträge, weil man ja immer das neuste Handy benötigt. Dazu noch alte Strom-, Gasverträge, so wie überteuerte KFZ Versicherungen, Dispokredite und was es sonst so noch alles gibt.




Dabei ist eine Aufstellung der eigenen Fixkosten eigentlich ganz einfach und wirklich kein Hexenwerk. Es kostet dich beim ersten Mal vielleicht 1–2 Stunden, eine Excel-File mit deinen Ausgaben und Einnahmen zu erstellen. Hier sollten die anfallenden monatlichen Kosten Punkt für Punkt eingegeben werden, und die einmaligen jährlichen Kosten heruntergebrochen werden auf den Monat, um so auf eine echte monatliche Belastung zu kommen.


Du solltest nachher unter dem Strich einen Wert der tatsächlichen monatlichen Fixkosten angezeigt bekommen. Und hierzu ein Tipp, übernimm Verantwortung für deine Finanzen und sei ehrlich zu dir selbst. Wenn du nicht die echten Zahlen einträgst, sondern nur Schätzungen, schadest du nur dir selber. Such die entsprechenden Verträge oder Kontoauszüge raus und trage die echten Zahlen ein. Am besten noch in einer separaten Spalte auch die Vertragsnummer/Ansprechpartner sowie einen Hinweis, ob es sich hier um eine monatliche oder jährliche Belastung handelt.


Sind dir verschiedene Beträge nicht geläufig?

Wie zum Beispiel die Lebenshaltungskosten. Friseur, Kosmetika, Sprit und Wartungskosten vom Auto usw. Dann lass dir zukünftig von allen Einkäufen die Quittungen oder Rechnung geben, sammel sie und werte sie Ende des Monats aus, da kommen manchmal unbewusst ganz schöne Beträge zusammen. Diese Beträge nimmst du dann als „Schätzwerte“ für deine Datei in der Monatsspalte auf.




Hierzu mal ein schönes Beispiel: Ich habe mal ein Paar betreut und sie gebeten einen Monat lang jede Ausgabe, die sie täglich tätigen, in ein kleines rotes Notizbuch einzutragen. Als wir dann die Auswertung Ende des Monats erstellt haben, ist ihnen aufgefallen, dass sie gemeinsam jeden Monat über 230 € für Coffee to go ausgeben. Also über 2700 € im Jahr nur für Kaffee, Respekt, da kann man einen schönen Urlaub von machen. Deshalb hier nochmals den Hinweis auf die Dringlichkeit für eine ehrliche Fixkostenaufstellung als Grundstein deiner Finanzen.


Hast du keine Möglichkeit der Arbeit mit Excel, dann nutze das gute alte Haushaltsbuch oder einfach nur ein Heft oder ein Blatt Papier, wo du deine Fixkosten erarbeitest.

Wenn du mit einem Programm gearbeitet hast, dann drucke die erstellte Datei aus und hefte diese dann in deinem neuen Ordner „Finanzen“ ab. Einmal im Monat, machst du dir eine Erinnerung ins Handy und prüfst dann die Auswertung auf Aktualität und Vollständigkeit, kostet dich vielleicht 5 Minuten deiner Zeit.


Vielleicht hast du ja in der Zwischenzeit Post von deinem Gas- oder Stromversorger erhalten, dass sich die Kosten erhöhen. Die Versicherung hat sich gemeldet, dass du einen besseren Schadenfreiheitsrabatt bekommen hast usw. alle diese Sachen wirst du jetzt immer wieder in deiner Fixkosten Liste ändern, bzw. anpassen. So bist du immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge.


Wenn du jetzt alles erstellt hast und unten sogar noch ein Plus rauskommt, dann herzlichen Glückwunsch – das ist eine gute Basis mit Potenzial zur Vermögensgestaltung.

Hast du die Datei erstellt und es kommt ein Minus raus, dann auch hier herzlichen Glückwunsch – du hast nämlich jetzt das Potenzial, deine Finanzen zu optimieren und die Möglichkeit aus einem Minus ein Plus zu machen.



Für beides gilt, egal ob im Plus oder Minus, du kannst umgerechnet auf die investierte Arbeit der Fixkosten Optimierung, nirgendwo so schnell Geld verdienen.

Stell dir also bewusst mal die Frage:


Brauche ich wirklich diese ganzen Versicherungen, den teuren Handyvertrag, die große Wohnung, das teure Auto, jeden Morgen den Kaffee to go, Mittagessen in der Kantine oder Restaurant usw.


Gerade bei Telefonverträgen oder Versicherungen reicht oftmals bereits ein Anruf bei dem jeweiligen Anbieter, mit dem Hinweis, dass man kündigen möchte und man bekommt eigentlich immer sofort ein deutlich attraktiveres Angebot. Suche gezielt nach Möglichkeiten, deine Fixkosten zu senken, gerade im Angesicht der aktuellen Inflationsrate und steigenden Kosten, brauchst du einen Gegenpol an Sparmaßnahmen.




Und ganz ehrlich, stell dir mal vor, du hast auch noch Spaß daran, Geld einzusparen und du erhältst dennoch die gleiche Leistung deines Anbieters. Das kann einen schon motivieren und Stolz machen. Eins kannst du mir glauben, das Gefühl, seine Finanzen im Griff zu haben, ist ein sehr schönes, beruhigendes Gefühl, das man eigentlich nicht mehr missen möchte.

Wenn dann noch bewusst Geld zum Sparen übrig bleibt, und du Monat für Monat einen ansteigenden Kontostand wahrnimmst oder die Möglichkeit hast, Schulden abzubauen, wirst du erkennen, dass Sparen auch Spaß und Freude bringen kann.


Über mögliche automatisierte Kontensysteme, Sparraten und ein entsprechendes Money Mindset werde ich in weiteren Blogbeiträgen noch berichten.


Also, um das nochmals zu wiederholen:

Nimm dir das zu Herzen, setzt dich an deine Finanzen und übernimm Eigenverantwortung für deine finanzielle Zukunft. Denn je früher du deine wahren finanziellen Möglichkeiten erkennst, desto größer ist dein Potenzial zum Sparen und Investieren.

Wenn du diesbezüglich noch Fragen hast, dann schreib mir doch einfach und ich werde selbstverständlich mein Bestes geben, dir schnellstmöglich zu antworten.


Ich wünsche dir viel Erfolg dabei … dir ein reicheres Leben zu gestalten.


Viele Grüße,


Klaus Sagwitz

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